Der Körper in Bewegung

„Der Mensch in Bewegung ist der Mensch schlechthin“ (Bernini)

Le Corps en mouvement

Die vierte Kunst- und Wissenschaftsausstellung an der Universität lautet Le corps en mouvement (Der Körper in Bewegung). Sie findet vom 7. bis zum 23. April 2011 im prächtigen Dekor des Réfectoire des Cordeliers und in der Galerie St Germain im Herzen von Paris statt. Diese Ausstellung wird durch die L’Oréal-Stiftung unterstützt und zeigt über 100 Werke klassischer, moderner und zeitgenössischer Kunst.

In der Kontinuität der vorherigen Veranstaltungen (Mutterschaften aus der ganzen Welt, Auf den Körper hören und Das Gesicht in allen seinen Zuständen) schneidet auch diese Ausstellung Themen an, denen die Universität ein großes Interesse entgegenbringt: der Mensch, sein Körper und die verschiedenen Lebensalter . Die auf etwa 800 qm ausgestellten Kunstwerke bieten eine sehr breite und bunte Palette der Bewegungen des menschlichen Körpers an. Sie erlauben einen einmaligen Weg in verschiedene Zeitalter und Zivilisationen, um die Bewegung durch Momentaufnahmen zu bewundern, von den ägyptischen, griechischen oder chinesischen Skulpturen bis zu den flämischen Manieristen und der figurativen Malerei. Dem Besucher wird der Fortschritt der Techniken gewahr, die Künstler und Ingenieure dazu bewogen hat, Marionetten, Automaten und Roboter zu erfinden. Anhand der Chronofotographien aus dem Bestand der INSEP-Ikonothek von Marey und Demenÿ werden die Bewegungen in ihre einzelnen Etappen zerlegt. Zum Abschluss präsentiert die Ausstellung Georges Rancinans Aufnahmen von verherrlichten Körpern von Leistungssportlern.

Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungreihe 100 000 ans de beauté (Hundertausendjahre Schönheit) und wird durch die Paris Descartes Stiftung unterstützt. Die Förderer möchten somit zu einer besseren Kenntnis der Beziehung des Menschen zu seinem Körper, der Rolle des Aussehens, der Schönheit und der Selbstachtung die dem sozialen Leben zugrunde liegt, beitragen

Entdecken Sie einige der ausgestellten Werke in der Bildergalerie.

Im Rahmen der Ausstellung werden zwei Podiumsdiskussionen angeboten, die in Kürze in der Mediathek verfügbar sein werden:    

-> Schönheit : Sprache des Körpers, am Dienstag, den 12. April um 18 Uhr

Ideale Proportionen, harmonisches Gesicht, glänzende Farben, ein heller Teint, verzierte Körper… Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass sich Schönheit durch Adjektive charakterisiert. Diese Annahme ist sicherlich zu vereinfachend. In Realität lebt und entfaltet sich die Schönheit im Verb. Wer sich mit dem Adjektiv begnügt, spricht nur von der Schönheit der Ikone (oder des Zeichens) oder des Schönheitskanons und übersieht die Schönheit des Lebendigen, des Menschlichen. In ständiger Veränderung begriffen, projiziert und interagiert menschliche Schönheit. Sie fesselt den Blick und wirft ihn zurück; sie blüht auf und vergeht. Sie steckt in allen Verben, deren Subjekt der Mensch ist. Sie kann sich sowohl in einer kaum auffälligen als auch in einer effektvollen Bewegung ausdrücken, in einem Reflex wie in einer ausgedachten Handlung. Sie gehört sowohl zum Alltag als auch zur Heldentat denn sie will lächeln, verführen, schreiten, tanzen, ausdrücken, sagen, weinen, legen, sprechen, rühren, schmeicheln, sich bewegen, lachen, schlafen, tragen, singen, laufen…

Teilnehmer : Thierry Delcourt, Psychoanalytiker, Michela Marzano, Philosophin und Professorin und Georges Vigarello, Forschungsleiter im EHESS

Moderiert von Elisabeth Azoulay, Autorin des Buches 100 000 ans de Beauté, Gallimard, 2009

-> Grenzen, Leiden und Überschreiten der Grenzen, am Dienstag, den 19. April um 18Uhr

Unsere Gesellschaft steht vor zahlreichen Hindernissen, die proportional zu den seit 10 Generationen geleisteten Fortschritten sind. Unsere immer größere Mobilität scheint heutzutage, keine Grenzen mehr zu kennen. Diese Feststellung ist im sportlichen Bereich eindeutig und sie könnte auch auf den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, sogar auf den politischen Bereich zutreffen. Die Auswirkungen der immer zahlreicheren Umweltveränderungen und die Möglichkeit, diese auf der Ebene des Planeten zu modellieren, werfen neue Fragen auf. Die Umweltveränderungen werfen Fragen über die Zwänge, die auf unserer Spezies lasten und vor allem über die Konsequenzen der vom Menschen verursachten Veränderungen für seine Gesundheit und Entwicklung. Die Podiumsdiskussion nimmt  den Sport zu seinem Ausgangspunkt und thematisiert im Folgenden die physiologischen, genomischen und kulturellen Grenzen des Körpers. Sie wird auch dazu beitragen, einen Blick voller Ironie und Bewunderung auf die Anpassungsfähigkeit unseres Geistes zu werfen, die es ermöglicht, die Realitäten immer neu zu interpretieren.

Teilnehmer: Axel Kahn, Präsident der Universität, Sébastien Flute, Olympischer Meister im Bogenschießen und Jean-François Toussaint, Professor für Physiologie, Mitbegründer des Forschungsinstituts für Biomedizin und Sportepidemiologie (IRMES)